BERATUNG BEI HIV UND AIDS

HIV und dessen Übertragungswege nimmt im Bewusstsein der Bevökerung leider einen immer kleiner werdenden Stellenwert ein. Aufklärung und Beratung sind daher ein wesentlicher Bestandteil im Umgang mit und im Kampf gegen HIV und Aids.
Unser Team steht Ihnen hier kompetent und einfühlsam zur Seite, sei es zur Beratung eines Patienten oder zu einem Aufklärungsgespräch.
Die Angst, Unsicherheit und Verzweiflung nach einer positiven Diagnose sind scheinbar überwältigend. Wir können Ihnen dabei helfen, wieder neuen Mut zu fassen und Ansätze schaffen, wie ein Leben mit HIV in den Griff zu bekommen ist.

AKTUELLE INFORMATIONEN

HIER gibt es die aktuellen Informationen der DAHKA zum Thema chronische Krankheiten.

ERHÄLTLICHE MEDIKAMENTE

In folgender Liste aller zugelassener HIV-Medikamente können Sie sich mit einem Klick einen Überblick zu jeder einzelnen Substanz verschaffen. Für welche Indikation ist das Medikament zugelassen? Wie muss man es dosieren, wie stark wirkt es und welche Nebenwirkungen sind zu erwarten?

NRTI - NUKLEOSIDISCHEN REVERSE-TRANSKIPTASE-INHIBITOREN
SUBSTANZ HANDELSNAME ABKÜRZUNG HERSTELLER
Abacavir Ziagen® ABC ViiiV
Azidothymidin/Zidovudin Retrovir® AZT/ZDV ViiiV
Didanosin Videx® ddl Bristol-Myers Squibb
Emtricitabin Emtriva® FTC Gilead
Lamiduvin Epivir® 3TC ViiiV
Stavudin Zerit® D4T Bristol-Myers Squibb
Tenofovir Viread® TDF Gilead
NNRTI - NICHT-NUKLEOSIDISCHE REVERSETRANSKIPTASEHEMMER
SUBSTANZ HANDELSNAME ABKÜRZUNG HERSTELLER
Efavirenz Sustiva® EFV Bristol-Myers Squibb
Nevirapin Viramune® NVP Boehringer Ingelheim
Etravirin Intelence®  ETV Tibotec
Rilpivirin Edurant®  RLP Janssen-Cilag
PROTEASEHEMMER
SUBSTANZ HANDELSNAME ABKÜRZUNG HERSTELLER
Atazanavir Reyataz® ATV Bristol-Myers Squibb
Fos-Amprenavir Telzir® fAPV ViiiV
Darunavir Prezista® DRV Tibotec
Indinavir Crixivan® IDV MSD
Lopinavir Kaletra® LPV/r Abbott
Nelfinavir Viracept® NLV Hoffmann-La Roche
Saquinavir Invirase® SQV Hoffmann-La Roche
Tipranavir Aptivus® TPV Boehringer Ingelheim
ENTRY INHIBITOREN
SUBSTANZ HANDELSNAME ABKÜRZUNG HERSTELLER
Enfuvirtid Fuzeon® ENF, T-20 Hoffmann La-Roche
Maraviroc Celsentri® MRC ViiV
INTEGRASEINHIBITOR
SUBSTANZ HANDELSNAME ABKÜRZUNG HERSTELLER
Raltegravir Isentress® RAL MSD
Elvitegravir Vitekta® EVG Gilead Sciences
Dolutegravir TIVICAY® DLG ViiV
BOOSTER SUBSTANZEN
SUBSTANZ HANDELSNAME ABKÜRZUNG HERSTELLER
Ritonavir Norvir® RTV Abott
Cobicistat Tybost® Gilead Sciences
FIXKOMBINATIONEN
SUBSTANZ HANDELSNAME ABKÜRZUNG HERSTELLER
Abcavir / Lamivudin Kivexa® ABC/3TC GlaxoSmithKline
Tenofovir / Emitricitabin Truvada® TDF/FTC Gilead
Azidothymidin / Lamivudin Combivir® AZT/3TC GlaxoSmithKline
Azidothymidin / Abcavir / Lamivudin Trizivir® AZT/ABC/3TC GlaxoSmithKline
Efavirenz / Temofavir / Emtricibatin Atripla® EFV/TDF/3TC Bristol-Myers Squibb/Gilead
Tenofovir / Emtricitabine / Rilpivirin Eviplera® TDF/FTC/RLP Janssen-Cilag/Gilead
Dolutegravir/Abacavir/Lamivudin Triumeq® ABC/3TC/DTG ViiV-Heathcare
Elvitegravir / Cobicistat / Tenofovir / Emtricitbin Stribild®  (TDF/FTC/EVG/c) Gilead Sciences

Emtricitabin/Tenofovir Alafenamid/Elvitegravir/Cobicistat

Genvoya® F/TAF/EVG/c Gilead Sciences

Emtricitabin/Tenofovir Alafenamid

Descovy® F/TAF Gilead Sciences

AUFKLÄRUNG ZUM THEMA HIV UND AIDS

Das Interesse an Aufklärung lässt leider immer mehr nach. Besonders bei den Jugendlichen scheint HIV und Aids kein Thema mehr zu sein. Gerade hier ist es aber umso wichtiger, das Thema konsequent zu behandeln und so den größten Schutz zu schaffen: Wissen um die Krankheit und deren Verbreitung.

ÜBERTRAGUNGSWEGE

HIV ist im Vergleich zu anderen Viren relativ schwer übertragbar. Für eine Infektion reicht ein einzelner Erreger nicht aus, es bedarf dafür einer gewissen Virusmenge. Aus diesem Grund sind Schweiß, Tränen-Flüssigkeit, Speichel, Urin und Kot nicht infektiös und HIV ist im alltäglichen zwischenmenschlichen Umgang nicht infektiös Ansteckend sind allein Blut, Sperma und Vaginalflüssigkeit. Am häufigsten wird HIV in Deutschland durch Geschlechtsverkehr übertragen und – auf Grund verbesserter Prävention – nur noch in Einzelfällen durch intravenösen Drogenkonsum oder berufliche Exposition. Auf unverletzter Haut sind auch Blut, Sperma und Vaginalsekret nicht ansteckend, sollten aber dennoch mit Seife abgewaschen werden. Denn auch in der Haut befinden sich spezialisierte Immunzellen (Langerhanssche Zellen), die Zielzellen von HIV sind und – theoretisch – nach längerer Kontaktzeit infiziert werden könnten.

GESCHLECHTSVERKEHR

Vaginalverkehr ist für beide Partner infektiös. Für die Frau besteht ein deutlich höheres Risiko als für den Mann, da die HIV-Konzentration im Sperma erheblich höher ist als im Vaginalsekret. Auch Analverkehr ist für beide Partner infektiös. Dies liegt an der hohen Empfindlichkeit der Darmschleimhaut, so dass praktisch immer kleine Blutungen auftreten. Außerdem sind die Zielzellen von HIV zahlreich in der Schleimhaut des Dickdarms. Eine Ansteckung des passiven Partners kann auch ohne Ejakulation erfolgen. Als wichtigste Grundregel gilt, dass infektiöse Körperflüssigkeiten nicht auf Schleimhäute oder direkt in die Blutbahn gelangen sollten.

ORALVERKEHR

Oralverkehr kann für den aktiven Partner in bestimmten Fällen infektiös sein, für den passiven jedoch nicht. Eine Infektionsgefahr besteht nur dann, wenn Sperma in den Mund gelangt. Das Prostatasekret (auch Vortropfen oder Lusttropfen) enthält zwar in niedriger Konzentration Viren, die Infektionsdosis ist aber nicht ausreichend. Ist es zu einer Ejakulation in den Mund gekommen, sollte das Sperma nicht geschluckt, sondern sofort ausgespuckt werden. Dann mit viel Zahnpasta den Mund und Rachenraum wiederholt spülen. Zahnpasta enthält Substanzen, die die fetthaltige Virushülle effektiv zerstört – ohne Hülle ist HIV nicht mehr infektiös. Beim vaginalen Oralverkehr hängt das Infektionsrisiko von der Sekretionsmenge ab; es ist gering bis sehr gering.

UNSERE PATENSCHAFT

HOPE-Kapstadt-Stiftung innerhalb der Deutschen AIDS-Stiftung gegründet.

Am 1. Oktober 2007 wurde in Bonn die HOPE-Kapstadt-Stiftung innerhalb der Deutschen AIDS-Stiftung gegründet. Die Vorstände der Deutschen AIDS-Stiftung, Dr. Christoph Uleer und Dr. Ulrich Heide, sowie Pfarrer Stefan Hippler, Vorsitzender des HOPE Cape Town Trust, erwarten, mit der neuen Stiftung zusätzliche Hilfen für aidskranke Menschen in Südafrika mobilisieren zu können.

Die Deutsche AIDS-Stiftung fördert bereits seit 2004 Hilfsprojekte von HOPE Cape Town und schätzt die betroffenennahe und direkte Hilfe der südafrikanischen Partner. Das Projekt wurde am 6. Oktober 2007 auch von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel besucht. Da immer mehr Menschen in Deutschland diese Hilfen unterstützen möchten, wurde nun die HOPE-Kapstadt-Stiftung als Treuhandstiftung der Deutschen AIDS-Stiftung ins Leben gerufen.

Zur Homepage der Hope Kapstadt Stiftung
Den Infoflyer gibt es als Download hier

POSITIVELYPOSITIVE.

MonkeyBiz ist eine gemeinnützige Organisation, die es Frauen ermöglicht, langfristig und selbständig ein Einkommen durch die Herstellung von kleinen Kunstwerken aus Perlen zu erzielen, unter anderem auch von HIV-positiven Frauen.

Hinter diesen Worten steckt jedoch noch mehr: Die Vision von Barbara Jackson und Carrol Boyes, zweier Kapstädter Künstlerinnen, die etwas bewirken wollen. Ihr Ziel: Das Leben der Menschen in den armen Townships Kapstadts wie beispielsweise Khayelitsha, Phillippi oder Mandela Park zu verändern.

Heute arbeiten 450 Künstlerinnen mit den für das Land so typischen Perlen. Sie arbeiten von Zuhause aus, haben also ein Einkommen und können doch gleichzeitig auf ihre Kinder aufpassen.

Die Kreationen aus Perlen sind traditionelle Puppen, kleine Teppiche, die eine Botschaft haben und mit einer Sicherheitsnadel angesteckt werden können, und auch Tiere wie Giraffen und lustige Schweine.

MonkeyBiz stellt den Frauen die Perlen und alle benötigten Materialien. Die Frauen legen nach Fertigstellung einen Preis fest, der ihnen angemessen scheint. Ist ein Kunstwerk verkauft, erstatten die Frauen das Geld für das Material zurück. Herzstück von MonkeyBiz ist das Hauptquartier von Carrol Boyes Unternehmen im farbenfrohen Malaienviertel Bo Kaap. Hierher bringen die Frauen ihre Produkte, die dann ins ganze Land und in die ganze Welt verschickt werden.

Darüber hinaus unterhält Monkeybiz nicht nur Suppenküchen, sondern auch eine Klinik speziell für Frauen mit HIV/AIDS, die sie bei ihrer Krankheit betreut und ihnen Weiterbildungen ermöglicht.

Mehr über Monkeybiz erfahren Sie auf deren Website oder Sie lesen sich über die PDFs Vision und Interview näher in die Thematik ein.

Wir freuen uns sehr, Ihnen diese wunderschönen Perlentiere auch bei uns in der Apotheke anbieten zu können.

WAS KOSTET DAS VIRUS PRO JAHR?

In einem Workshop des diesjährigen Deutsch-Österreichischen Aids-Kongresses (DÖAK)wurde eine interessante Kostenanalyse vorgestellt. Initiatorin der Berechnung ist die K3A (Krankheits-Kosten-Kohorten-Analyse) der deutschen Arbeitsgemeinschaft niedergelassener ÄrztInnen im HIV-Bereich (DAGNÄ).Es wird hier versucht auf Basis unterschiedlicher Kostenpunkte den finanziellen Aufwand für einzelne HIV-positive PatientInnen zu berechnen. Idee ist es, die Verteilung und Höhe der notwendigen und auch zukünftig essentiellen finanziellen Ressourcen des Gesundheitssystems für PatientInnen mit HIV/AIDS zu bestimmen.

Zunächst wurden die benötigten Ressourcen identifiziert, dann gemessen und versucht deren finanziellen Wert zu definieren. Die entstehenden Kosten sind natürlich unterschiedlich. Neben direkten medizinischen Kosten, etwa durch Arztbesuche, Medikamente oder Laboruntersuchungen, kommen indirekte Kosten hinzu. Z.B. die Anfahrt zur HIV-Klinik, der Aufwand für Kinderbetreuung während eines Arztbesuches usw. Noch schwieriger zu bewerten sind weitere indirekte Folgekosten, z.B. durch Arbeitsplatzverlust.
Je nach Sichtweise wurden in dieser ersten Auswertung 19.000 bzw. 23.000 € pro Person und Jahr berechnet.

Interessant war die Beobachtung, dass weibliche PatientInnen im Durchschnitt einen geringeren Aufwand benötigten. Für intravenöse DrogengebraucherInnen und PatientInnen mit niedriger CD4-Zellzahl ergab sich hingegen ein höherer finanzieller Aufwand.
Im Laufe des Jahres wird mit der Publikation dieser Studie gerechnet, die sicherlich sehr spannende Details beinhalten wird.
Mehr Informationen erhalten Sie auf Dagnae.de

HEPATITIS C

Ein Virus macht vor keiner Nationalität, keinem Herkunftsstatus oder gar Sozialstatus halt. Es kann jeden treffen!

Darum sollten wir uns Gedanken machen warum es so wichtig ist, sich mit viraler Hepatitis zu beschäftigen. Hepatitis C ist ein „silent killer“ (leiser Killer) – eine Erkrankung, die oft erst bemerkt wird wenn schon „Gefahr in Verzug“ ist. Laut World Health Organisation (WHO) sind ca. 3% der Weltbevölkerung mit Hepatitis C infiziert, allein in Europa 4 Millionen Betroffene. Für Deutschland bedeutet das: ca. 400.00 Hepatitis C infizierte Patienten. Jedes Jahr ca. 5500 neu gemeldete infizierte Personen.

Aber: Hepatitis C ist heilbar!

Bei etwa 30 % der Erkrankungen lässt sich im Nachhinein der Infektionsweg nicht mehr nachvollziehen. Erhöhte Infektionsgefahr besteht heute für Konsumenten von Drogen wie Heroin, die intravenös konsumieren und dasselbe Spritzbesteck mit anderen Konsumenten teilen, wie auch für Personen mit nasalem Drogenkonsum durch gemeinsame Benutzung von Aspirationsröhrchen. Auch Tätowierungen und Piercings sind bei Verwendung verunreinigter Instrumente ein Risikofaktor. Häufige Infektionswege sind die Verletzung mit spitzen und scharfen Instrumenten (Nadelstichverletzung (NSV)) bei gleichzeitiger Übertragung kontaminierten Blutes

Die sexuelle Übertragung der Hepatitis C ist selten. Da das Virus durch Blut übertragen wird, sind Sexualpraktiken, die ein höheres Risiko von Schleimhautverletzungen beinhalten, wie der ungeschützte Analverkehr, mit höherem Risiko behaftet. Die Häufigkeit der Übertragung des Virus von der schwangeren Mutter auf das ungeborene Kind wird bei einer komplikationslosen Entbindung auf unter 5 % geschätzt. Bei einer Koinfektion mit dem HI-Virus kann die Übertragung auf bis zu 14 % steigen.

Die Inkubationszeit liegt zwischen 2 und 26 Wochen (6 Monaten).

ERHÄLTLICHE MEDIKAMENTE

In folgender Liste aller zugelassenen HEPATITIS C-Medikamente können Sie sich mit einem Klick einen Überblick zu jeder einzelnen Substanz verschaffen. Für welche Indikation ist das Medikament zugelassen? Wie muss man es dosieren, wie stark wirkt es und welche Nebenwirkungen sind zu erwarten?

PEGYLIERTE INTERFERONE
Substanz Handelsname Abkürzung  Bild Genotyp Hersteller
Pegyliertes Interferon alfa-2a Pegasys® pegIFN  -- alle Roche
Pegyliertes Interferon alfa-2b PegIntron® pegIFN  -- alle MSD
RIBAVIRIN
Substanz Handelsname Abkürzung Bild Genotyp Hersteller
Ribavirin Copegus® RBV  -- alle Roche
Ribavirin Rebetol® RBV  -- alle MSD
NS3-PROTEASEHEMMER
Substanz Handelsname Abkürzung Bild Genotyp Hersteller
Boceprevir (nicht mehr im Handel) Victrelis® BOC  -- 1 MSD
Telaprevir (Obsolet) Incivo® TLV  -- 1 Janssen-Cilag
Simeprevir Olysio® SIM Olysio Genotyp 1 und 4 Janssen
NS-5B-HEMMER
Substanz Handelsname Abkürzung Bild Genotyp Hersteller
Sofosbuvir Sovaldi® SOF Sofosbuvir alle Gilead Sciences
NS5A-HEMMER (NUKLEOSIDISCH)
Substanz Handelsname Abkürzung Bild Genotyp Hersteller
Daclatasvir Daklinza® DAC Daklinza® Genotyp 1, 3 und 4 BMS
NS5A-HEMMER (NICHT-NUKLEOSIDISCH)
Substanz Handelsname Abkürzung Bild Genotyp Hersteller
Dasabuvir Exviera® DAS Exviera® Genotyp 1 AbbVie
FIXKOMBINATIONEN
Sofosbuvir/Ledipasvir Harvoni® SOF/LPV Harvoni® Genotyp 1, 3 und 4 Gilead
Paritaprevir/Ritonavir/Ombitasvir Viekirax® PAR/r/OBV Viekriax® AbbVie
Sofosbuvir/Velpatasvir Epclusa® SOF/VEL Epclusa Genotyp 1-6 Gilead
Elbasvir/Grazoprevir Zepatier® ELB/GRZ Zepatier Genotyp 1 und 4 MSD

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