
was kostet das virus pro jahr?
In einem Workshop des diesjährigen Deutsch-Österreichischen Aids-Kongresses (DÖAK)wurde eine interessante Kostenanalyse vorgestellt. Initiatorin der Berechnung ist die K3A (Krankheits-Kosten-Kohorten-Analyse) der deutschen Arbeitsgemeinschaft niedergelassener ÄrztInnen im HIV-Bereich (DAGNÄ).Es wird hier versucht auf Basis unterschiedlicher Kostenpunkte den finanziellen Aufwand für einzelne HIV-positive PatientInnen zu berechnen. Idee ist es, die Verteilung und Höhe der notwendigen und auch zukünftig essentiellen finanziellen Ressourcen des Gesundheitssystems für PatientInnen mit HIV/AIDS zu bestimmen.
Zunächst wurden die benötigten Ressourcen identifiziert, dann gemessen und versucht deren finanziellen Wert zu definieren. Die entstehenden Kosten sind natürlich unterschiedlich. Neben direkten medizinischen Kosten, etwa durch Arztbesuche, Medikamente oder Laboruntersuchungen, kommen indirekte Kosten hinzu. Z.B. die Anfahrt zur HIV-Klinik, der Aufwand für Kinderbetreuung während eines Arztbesuches usw. Noch schwieriger zu bewerten sind weitere indirekte Folgekosten, z.B. durch Arbeitsplatzverlust.
Je nach Sichtweise wurden in dieser ersten Auswertung 19.000 bzw. 23.000 € pro Person und Jahr berechnet. Interessant war die Beobachtung, dass weibliche PatientInnen im Durchschnitt einen geringeren Aufwand benötigten. Für intravenöse DrogengebraucherInnen und PatientInnen mit niedriger CD4-Zellzahl ergab sich hingegen ein höherer finanzieller Aufwand.
Im Laufe des Jahres wird mit der Publikation dieser Studie gerechnet, die sicherlich sehr spannende Details beinhalten wird.
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